Wintergetreide 2021 Dinkel

Landberatung e. V. Fallingbostel

 

Seit zwei Jahren werden im Ringgebiet vermehrt Erfahrungen mit dem Anbau und der Vermarktung von Dinkel gemacht. Dinkel liegt seit Jahren im Trend und ist in kaum einer Bäckerei oder Verkaufstheke mehr wegzudenken.

Zudem kann der Dinkelanbau im Rahmen der GAP 2023 eine weitere Option sein, die Auflagen der Eco Schemes “Anbau vielfältiger Kulturen“ zu erfüllen.
Der Dinkel ist eine alte, bespelzte Kulturform des Weizens. Optisch unterscheidet er sich vom üblich angebauten Weichweizen durch seine relativ lange und lockere Ähre, das bespelzte Korn und das lange Stroh, wobei von Seiten der Züchtung in den letzten Jahren bereits deutlich kürzere Sorten entwickelt wurden.

Geerntet und vermarktet werden die sogenannten Vesen. Es handelt sich dabei um die Ährchen, die meistens zwei Körner enthalten. Durch den hohen Anteil der Spelzen - je nach Sorte ca. 20 bis 25 % - liegt der Kornertrag letztlich um diesen Prozentsatz niedriger. Beim Transport und Verkauf ist das gegenüber Weizen deutlich geringere Hektolitergewicht zu beachten.

Wichtig: Sprechen Sie zum Thema „Dinkelanbau“ vor dem Anbau unbedingt mit ihrem Handelspartner (Abnahmevertrag, Konditionen, Erfahrung, usw.). Die Dinkelproduktion bedient den „heimischen“ Markt, Überproduktion oder schlechte Qualität kann in der Regel nur als Futtergetreide vermarktet werden.

Wenn Sie sich zum Dinkelanbau entschließen, sollten Sie einen Abnahmevertrag mit ihrem Handelspartner abschließen (Sortenempfehlung, Beschränkungen -> PS-Mitteleinsatz, usw.).

Die Produktionsbedingungen für den Dinkelanbau müssen bekannt sein, z.B. Standortansprüche, Schwächen und Stärken der einzelnen Sorten, damit die Anbaurisiken überschaubar bleiben. Tauschen Sie sich mit dem Anbauberater ihres Handelspartners oder/und mit einem Berufskollegen mit entsprechenden Anbauerfahrungen aus.

Risiko: Nichterfüllung der Qualitätsanforderungen! (Ungünstige Witterungsverläufe können die Auswuchsgefahr erhöhen).
Anbauhinweise: Bei der Aussaat besteht die Möglichkeit, die Vesen auszusäen oder aber auf entspelztes Saatgut zurückzugreifen. Probleme bei der Aussaat von Vesen können vor allem bei pneumatischen Drillmaschinen durch Verstopfungen auftreten. Von daher wird zunehmend auf entspelztes, aber deutlich teureres Saatgut zurückgegriffen, wobei hier die Triebkraft des Saatgutes durch den Entspelzungsvorgang möglichst nicht beeinträchtigt werden sollte. Der Aussaatzeitpunkt ist vergleichbar mit dem von normalem Winterweizen. Die Saatstärke sollte in Abhängigkeit vom Saattermin und den Bodenbedingungen gewählt werden; sie beträgt ca. 110 bis 180 kg Vesen/ha, was ca. 225 bis 350 Kö./m² entspricht.

Achten Sie auf eine sortenangepasste Aussaatstärke. Eine sorgfältige Saatbettvorbereitung ist eine notwendige Grundlage für eine gute Vorwinterentwicklung des Getreides. Grundsätzlich ist auf eine gleichmäßige Bedeckung des Saatgutes mit Boden zu achten.

Sorten: Sortenvorgaben der aufnehmenden Hand beachten! (z.B.: Zollernspelz, Franckenkorn, Hohenloher, Zollernfit….)

Hier finden Sie die Landessortenversuche „Dinkel 2021“ der Landwirtschaftskammer Niedersachse.
Weitere Informationen:
Konventionell: Landessortenversuche Spelzweizen 2020: www.lwk-niedersachsen.de: Webcode: 01037356
Ökologisch: Landessortenversuche Spelzweizen 2021: www.lwk-niedersachsen.de: Webcode: 01039394

(Auszug aus dem Rundschreiben)

23.09.2021:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").