Ziele des Zwischenfruchtanbaus

Landberatung Gifhorn-Wolfsburg e. V.

 

Mit dem Anbau von Zwischenfrüchten sollen ganz unterschiedliche Ziele erreicht werden, die sich teilweise gegenseitig begünstigen oder auch behindern können und im Zusammenhang mit dem möglichen Aussaattermin und den Anforderungen an das Saatbett und die Fruchtfolge stehen. Insbesondere aufgrund einiger Antagonismen ist es wichtig, sich die eigenen Anforderungen an den Zwischenfruchtanbau zu vergegenwärtigen. Nachfolgend eine offene Liste mit Zielen und Anforderungen:

- Ökologische Vorrangfläche
- Erosionsschutz bis zur Sommerung
- Futternutzung
- Reduzierung von Nematoden
- Nutzung von Reststickstoff im Boden
- Stabilisierung der Bodenfruchtbarkeit
- Garebildung und Strukturverbesserung
- Humusbildung für ausgewogene Humusbilanz
- Unkrautunterdrückung
- Unterbrechung von Entwicklungszyklen der Schaderreger
- Leguminosenfrei bei Freiwilligen Vereinbarungen in TGG
- Fruchtfolgeprobleme mit anderen Hauptfrüchten innerhalb der Fruchtfolge beherrschen
- Unterdrückung und Bekämpfungsmöglichkeiten von Ausfallgetreide
- Eignung zur Mulchsaat der Folgekultur
- Sorteneigenschaften: geringe/späte Blühneigung, geringe Anfälligkeit gegen Rübennematoden und Massebildung im Anfang

Neben dem Anbau von Reinsaaten bieten sich insbesondere im Hinblick auf die Vorgaben für Zwischenfrüchte als ÖVF auch eigene oder fertige Mischungen der unterschiedlichen Hersteller an. Mischungen verschiedener Arten sollen die Vorteile mehrerer Arten kombinieren, eine intensive Durchwurzelung des gesamten Wurzelraums gewährleisten und sich besser an die Witterung in der Jugendphase anpassen können.

Bei den Mischungen sind prinzipiell zwei unterschiedliche Strategien erkennbar. Auf der einen Seite werden wenige Arten mit ihren entsprechenden Eigenschaften gezielt kombiniert, während auf der anderen Seite viele unterschiedliche Arten stehen, die den gesamten Wurzelraum erschließen und dem Bodenleben somit ein vielfältiges Nahrungsangebot liefern sollen. Zu bestimmten Fruchtfolgen werden problematische Arten weggelassen. Mit der Anzahl der Arten nimmt entsprechend der Einfluss einer Art ab. Welches das bessere Konzept ist, lässt sich noch nicht beantworten und wird von den örtlichen Gegebenheiten abhängen.

Grundsätzlich reagieren die Mischungen auch bei einem entsprechenden Leguminosenanteil ganz erheblich auf eine, wenn auch geringe, N-Düngung, während bei reinen Leguminosenbeständen auf diese verzichtet werden muss. Die meisten Leguminosen mit Ausnahme der Winterwicke benötigen für eine entsprechende Entwicklung allerdings Aussaattermine bis Anfang/Mitte August, so dass der Anbau sicher nur nach GPS-Getreide und Wintergerste einzuplanen ist. Ähnliches gilt für Mischungen mit entsprechendem Leguminosenanteil.

Insbesondere bei Senf und Ölrettich sind die Sorteneigenschaften wie Nematodenresistenz, Blühneigung und Massenbildung im Anfang zu beachten, während bei den übrigen Arten das Sortenspektrum deutlich schmaler ist.

Sorten mit geringer Blühneigung können früher bestellt werden. Für eine effektive Nematoden-reduzierung sollte möglichst früh bestellt werden. Senf sollte erst ab Mitte August bestellt werden, da er ansonsten sehr schnell blüht und nur eine geringe Pflanzenmasse bildet. (Auszug aus dem Rundschreiben)

09.07.2018
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").