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Grünland Frühling 2023

Pflegemaßnahmen auf dem Grünland
Die Grünlandbestände präsentieren sich hinsichtlich Narbendichte, Verunkrautung und Mäuseschädigung derzeit stark unterschiedlich. Aufgrund der Bodenfeuchte war eine Gülledüngung leider noch nicht überall möglich. Sowie die Befahrbarkeit es zulässt, sind alle notwendigen Maßnahmen durchzuführen, um eine effiziente Grünlandnarbe herzustellen bzw. zu erhalten. Nur dann sind die erforderlichen Grundfutterleistungen zu erzielen. Hohe Nährstoff und Mineralstoffgehalte in sehr guten Silagen erlauben es, teure Leistungs und Mineralfutter in der Futterration einzusparen.

Somit wird auch die anschließende Stoffstrombilanz des Betriebes entlastet. Der narbenbelüftende Grünlandstriegel ist einer herkömmlichen Wiesenschleppe eindeutig vorzuziehen, da neben der Wurzelbelüftung eine wirksame Bekämpfung von Verfilzungen und der jährigen Rispe erfolgt. Der Bekämpfungserfolg ist jedoch nur bei trockenen Bedingungen ohne anschließendes Walzen zu erzielen. Vorsicht bei Neuansaaten, da die Wurzelentwicklung eher schwach ist. Außerdem sind gestriegelte Narben in den ersten Tagen sehr frostempfindlich.

„Reparieren“ kann man nur reparaturwürdige Narben, die überwiegend aus hochwertigen Gräsern (Deutsches Weidelgras, Wiesenlieschgras, Wiesenrispe, Wiesenschwingel) bestehen. Bei 20 40 % Narbenschäden (60 80 % wertvolle Gräser) sollte eine Nachsaat mit 5 20 kg/ha mit Striegel, Drillmaschine oder Schlitzdrille erfolgen (Lückenanteil / 2 = Nachsaatmenge). Bei stärkerem Aufkommen von Verfilzungen und abgestorbenem Pflanzenmaterial macht ein oder mehrmaliges „Blindstriegeln“ Sinn, um ein optimales Saatbett zu schaffen. Die Keimung kann nur auf dem Boden und nicht auf Verfilzungen, Moos oder abgestorbenem Pflanzenmaterial stattfinden. Die langfristige Etablierung von Weißklee in den Grünlandnarben macht Sinn, die Aussaat im Frühjahr ist aber nicht zu empfehlen. Für die Nachsaat eignen sich empfohlene Deutsche Weidelgrassorten, die vom Bundessortenamt auf Standorteigenschaften (z.B. Mooreignung, Rostresistenz, Ertrag und Ausdauer) geprüft sind. Empfohlene Mischungen sind am roten Etikett der freiwilligen Mischungskontrolle zu erkennen.

Im Frühjahr kann man nur Lücken schließen, im Herbst kann man Narben verbessern. Oberstes Ziel muss das „Dichthalten“ der Narben sein. Besteht die Grasnarbe überwiegend aus unerwünschten Gräsern wie Wolliges Honiggras, Quecke und jährige Rispe, so sind jegliche „Reparaturversuche“ zu teuer! Hier muss unbedingt eine Neuansaat im Spätsommer eingeplant werden, um eine effiziente Grünlandnarbe zu erhalten. Da die Frühjahrsneuansaaten mit einer Grünlandmischung immer deutlich schlechter als im Herbst funktionieren, kann vereinzelt die Aussaat von schnell wachsendem einjährigem Weidelgras mit einer Aussaatstärke von 40 kg/ha Sinn machen, um in diesem Jahr noch Ertrag zu erzielen. Nach erfolgter Abtötung der Altnarbe kann dann die Neuansaat mit einer Dauergrünlandmischung im Herbst 2023 erfolgen. Die Bewilligung für den Umbruch bei UNB und LWK ist rechtzeitig einzuholen. Oberstes Ziel muss eine „neue Narbe“ vor weiteren Bewirtschaftungsauflagen sein!

Düngungsmaßnahmen auf dem Grünland
Die für Düngungsmaßnahmen erforderliche korrigierte Temperatursumme von 200 ° C wird in dieser Woche erreicht, so dass die Mineraldüngung jetzt erfolgen sollte, weil sonst die Phase zwischen Düngung und Nutzung zu kurz wird. Bei sehr schlechter Befahrbarkeit muss der Mineraldünger vor der Gülle kommen. Um ein Hochwachsen eines Gülleschleiers zu verhindern, kommt der bodennahen Ausbringung eine sehr hohe Bedeutung zu. Für den ersten Schnitt darf nur der Ammoniumteil der Gülle (1,5 2,0 kg NH4/m3 Rindergülle) angerechnet werden. Außerdem ist wichtig, dass Güllereste durch nachfolgendes Striegeln von den Gräsern gekämmt und teilweise eingearbeitet werden, um die Kontamination des Futters mit Clostridien und Mycotoxinen zu verhindern.

Bei intensiver Schnittnutzung (vier bis fünf Schnitte pro Jahr) muss den Gräsern zum ersten Schnitt eine Nährstoffmenge von 100120 kg N/ha und 25 30 kg S/ha zur Verfügung stehen, um ausreichend Rohprotein im Futter zu erzeugen. Da der Schwefelgehalt aus den Wirtschaftsdüngern vernachlässigt werden kann, ist eine gezielte Ergänzung mit mineralischen N/SDüngern erforderlich. Schwefel ist Bestandteil des Futtereiweißes und erhöht somit die Stickstoffeffizienz. Der Kaliumentzug einer intensiven Schnittfläche beträgt mindestens 240 kg. Mit der Ausnahme von schweren Marschflächen ist dieser Entzug auch zu düngen, da sonst der Kaligehalt die Leistungsfähigkeit des Stickstoffs begrenzt. Vor dem Hintergrund der Fütterung von Trockenstehern darf das notwendige Maß des Kaliumangebotes jedoch auch nicht überschritten werden. Bei der Stickstoffdüngung auf Weideflächen reichen 60 70 kg N/ha zur ersten Nutzung aus. Die Erhaltungskalkung auf einer Grünlandfläche umfasst eine Menge von 450 550 kg CaO. Entscheidend sind insgesamt nicht die Grundfutterkosten (ausgedrückt in Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzkosten je ha), sondern die Gesamtkosten einer Ration!

Autor: Stader Bertungsringe e.V.

16.03.2023

 

Informiern Sie sich hierzu auch über die Module des Nährstoffmanagers um sich Ihre Arbeit und die Datenübertragung zu erleichtern:

https://www.naehrstoffmanager.de/duengeplanung/

https://www.landberatung.de/service/landberatung-naehrstoffmanager/naehrstoffmanagement.html

https://www.naehrstoffmanager.de/stoffstrombilanz/

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