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Grünland im Spätsommer

Der Spätsommer bis Ende August/Mitte September ist der günstigste Termin für die Durchführung von Nachsaaten bzw. Neuansaaten. Dabei haben Neuansaaten sowohl qualitativ als auch quantitativ oftmals ihre Vorteile, trotz des höheren Aufwandes. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Altnarbe stark entartet oder verfilzt, d.h. nicht nachsaatwürdig ist. Auf nicht pflugfähigen Standorten empfiehlt sich die umbruchlose Neuansaat mittels Direktsaatverfahren, nach vorherigem Abtöten der Altnarbe mit einem Totalherbizid. Da nach der aktuellen Nutzung ein Wiederaustrieb von ca. 15 cm abgewartet werden sollte, sind die entsprechenden Vorbereitungen rechtzeitig zu treffen, um mit der Neuansaat nicht zu spät zu kommen. Es sollten jeweils hochwertige, dem Standort angepasste Gräsermischungen (Qualitätsmischungen) verwendet werden. Für spätere Aussaaten (in der Praxis bis Ende September) kommt nur noch das Deutsche Weidelgras in Frage. Wiesenrispe und Wiesenlischgras sind aufgrund ihrer langsamen und konkurrenzschwachen Jugendentwicklung nur für frühe Aussaattermine (bis Ende August) in Ansaatmischungen zu empfehlen. Grundvoraussetzung für das Gelingen bzw. dauerhaften Etablierung einer Neuansaat ist jedoch, dass Wasserführung und Drainage in Ordnung sind.

Eine der wichtigsten Grünlandpflegemaßnahme ist die Nachsaat im Spätsommer. Das Striegeln der Grünlandbestände Ende August bis Mitte September verbunden mit einer Nachsaat sollte mittlerweile als Standardpflegemaßnahme alljährliche Routine sein. Grundsätzlich ist der Spätsommertermin wegen der geringeren Konkurrenzkraft der Altnarbe der optimale Termin für eine Nachsaat (4-5 kg). Die Striegel sollten nicht zu sanft eingestellt werden, da das Material, welches herausgestriegelt wird (z. B. Gemeine Rispe), nicht in hochwertige Grünlandbestände gehört. Bei größerem Lückenanteil in der Narbe ist die Nachsaat als Durchsaat (Schlitzsaat) der Übersaat mit dem Striegel vorzuziehen, da die kurzfristigen Erfolgsaussichten besser sind. Durch die Schlitzsaat werden für das Saatgut günstigere Keimbedingungen geschaffen und lückige Narben können sich sicherer regenerieren. Entsprechende Spezialmaschinen sind überbetrieblich verfügbar. Bis Mitte September sind Nachsaaten möglich, wobei standortangepasste Sorten zu verwenden sind (z.B. „M-Sorten“ für Moorstandorte).

Sowohl für Neuansaaten als auch für Nachsaaten ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine sichere Keimung und das schnelle Weiterwachsen der jungen Gräser besonders wichtig.
Auf Weiden zählt das Nachmähen/Mulchen zu den besten Weidepflegemaßnahmen. Weideflächen sind von überständigem Gras, Disteln und Brennnesselnestern zu befreien. Dadurch wird den wertvollen Gräsern die Chance gegeben sich besser zu entwickeln. Genauso wichtig ist der Aspekt, dass dadurch der Lebensraum für Fliegen, Mücken, Bremsen und Wiesenschnaken (Tipula-Larve) verringert und so deren Entwicklung erschwert wird. Sollte nach dem Nachmähen bzw. Mulchen zu viel altes Pflanzenmaterial auf den Weideflächen liegen, müssen die Flächen geräumt werden. Andernfalls behindert das Altmaterial den Neuaustrieb der Gräser.

Autor: Landberatung Land Hadeln e. V.

30.08.2022

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