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Hitzestress – einmal weitergedacht

Es ist nichts neues, dass Hitzestress den Kühen schneller zu schaffen macht als uns Menschen. Mit dem THI (Temperatur-Feuchtigkeitsindex) kann man auf unkompliziertem Wege erfassen, ab wann die Tiere dem Hitzestress ausgesetzt sind. Es ist nicht nur die Temperatur, sondern vor allem die Luftfeuchtigkeit, die maßgebend ist. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto niedriger muss die Temperatur sein, damit die Kuh nicht unter Hitzestress leidet.
Der Fokus wird gerne auf die Laktierenden gelegt, da diese den Hitzestress mit geringerem Wiederkauverhalten, Milchleistungsrückgang, höhere Wasseraufnahme und verminderte Futteraufnahme deutlich zeigen. Eine Gruppe, die bei diesem Thema leider nicht so schnell in den
Fokus gerät, sind die Trockensteher.
Gerade die Trockensteher sind eine Tiergruppe, die stark unter dem Hitzestress leidet. Im Rahmen einer Studie aus dem Jahr 2016 (Monteiro et al. 2016) konnte gezeigt werden, dass Hitzestress in der Trockenstehzeit einen erheblichen Einfluss auf die Trockenstehende Kuh, aber vielmehr noch auf das ungeborene Kalb hat: „Kälber von Müttern, die unter Hitzestress litten, hatten ein geringeres Geburtsgewicht und eine im Durchschnitt um 5 – 20 % geringere Milchleistung in der ersten Laktation als Kälber, deren Mütter keinen Hitzestress ausgesetzt waren“.

Die Futteraufnahme der Trockensteher sinkt und dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an Stoffwechselerkrankungen zu leiden. Ein wirkungsvoller Hebel sind vor diesem Hintergrund die Tränken der Trockensteher. Eine hohe Wasseraufnahme, durch in ausreichender Anzahl vorhandener große Tränken mit einem hohen Durchfluss, entlastet die erhöhte Stoffwechselleistung und hat einen
positiven Einfluss auf Kuh und Kalb.

Um Hitzestress vorzubeugen, gibt es einen Katalog mit Möglichkeiten. Eine kleine, aber wirksame Maßnahme kann es sein, nach individueller Beratung und Berechnung, beispielsweise Produkte, wie kohlensauren Algenkalk (Acid buf), in die Ration der Laktierenden mit einzubauen. Dieser wirkt wie Futterkalk als Calciumquelle und hat zusätzlich eine natürliche, über Stunden anhaltende puffernde Wirkung im Pansen. Gerade beim Weideaustrieb in junges Gras, mit Änderung der Fressintervalle und in Stresssituationen, wie Hitzestress, können Produkte wie kohlensaurer Algenkalk (Acid buf), bei dadurch sinkender Widerkauaktivität, die Kühe durch eine Verminderung von pH-Wert-Schwankungen im Pansen entlasten.

Autor: Spezialberatungsring für Rinderhaltung und Futterbau e.V.

22.05.2024

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