Hitzestress vermeiden!

Spezialberatungsring für Rinderhaltung und Futterbau e. V.

Bei Temperaturen über 20°C kommen die Kühe in den Hitzestress – sie können die Körperwärme immer schlechter an die Umgebung abgeben. Über viele verschiedene Möglichkeiten können Sie es Ihren Tieren jedoch erträglicher machen. Hierdurch steigt die Tiergesundheit und die Milchleistung fällt nicht so stark ab.

Die üblichen Maßnahmen sind:

  • Tore öffnen
  • Fenster komplett aushängen, Jalousien ganz aufmachen
  • Ventilatoren einschalten, wenn noch nicht vorhanden, über Anschaffung nachdenken!
  • Kuhduschen z.B. am Trog und im Wartebereich zum Melkstand installieren

Außerdem gibt es noch viele weitere Dinge zu beachten:

  • Futtererwärmung vermeiden
  • Am Silostock: Einsatz von Säuren auf der Anschnittfläche (Aufwandmengen beachten!)

Am Trog:

  • Einsatz von TMR Stabilisatoren – hier eignen sich z.B. Propionsäure, Kaliumsorbat oder verschiedene Mischungen
  • Achten Sie zusätzlich darauf, dass keine Futterreste lose im Silo und am Anschnitt liegen bleiben und der Futtertisch vor dem Abladen des frischen Futters sauber gekehrt ist. Auch Reste auf rauem Boden sollten möglichst entfernt werden.
  • Der Einsatz von Säuren muss dokumentiert werden! Mineralfutter im Einsatz erhöhen
  • Viehsalz auf 20 – 30 g pro Tier und Tag erhöhen
  • Mineralfutter um ca. 30 g je Tier und Tag erhöhen (auf min. 150 g/Kuh/Tag)
  • Wasser ist Futtermittel Nr. 1
  • Wassertröge mindestens 1 x täglich reinigen – auch eine Bürste benutzen, um Ablagerungen beseitigen zu können
  • Durchflussgeschwindigkeit überprüfen – pro Minute sollten mindestens 20 l Wasser fließen!
    Die Tränken bei Jungvieh und Trockenstehern müssen ebenfalls täglich geprüft werden.
  • Besonders Einzeltränken müssen im Fokus stehen.
  • Schnelle Kohlenhydrate in der Ration reduzieren
  • Da die Futteraufnahme ab gewissen Temperaturen sinkt, sollte das Grund- Kraftfutterverhältnis regelmäßig geprüft werden. Bei einer zu hohen Konzentration an schnell verfügbarer Energie und wenig Rohfaser entstehen Pansenacidosen. Um auch die Energiedichte nicht reduzieren zu müssen, genügt es oftmals schon, schnell verfügbare Komponenten durch langsamere zu ersetzten – also z. B. Getreide reduzieren und dafür Körnermais, unmelassierte Trockenschnitzel einsetzten.
  • Einsatz von pansenstimulierenden Substanzen
  • In einzelnen Fällen können solche Maßnahmen sinnvoll sein. Lebendhefe fördert den Verdauungsprozess. Natriumbicarbonat senkt den Pansen pH Wert ab, 50-150 g/Kuh und Tag

Iglus:

  • Nach jeder Belegung waschen und desinfizieren, nach Möglichkeit 2 Wochen leer stehen lassen, in die Sonne stellen.
  • Schattigen Stellplatz für die Kälber wählen – unters Dach oder auch Sonnenschirme aufstellen.
  • Frisches Wasser und -Raufutter ab der 1. Lebenswoche zur Verfügung stellen (CC relevant).

Strohbuchten:

  • Alle 2 Wochen misten – hierdurch wird das Fliegenpotential erheblich reduziert.
  • Für ausreichend Frischluft und Luftaustausch sorgen – Fenster und Türen öffnen, trotzdem Zugluft vermeiden!

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