Vorsicht vor nitrosen Gasen bei der Grassilierung

Spezialberatungsring für Rinderhaltung und Futterbau e. V.

Bei der Silierung von sehr jung entwickelten Futterpflanzen ist mit noch hohen Nitratgehalten im Futter zu rechnen. Bei der Silierung wird ein großer Teil des Nitrats abgebaut. Die Umbauprozesse hemmen dabei Buttersäurebakterien, was zunächst gut ist. Allerdings sind die stickstoffhaltigen Gase beim Entweichen aus dem Silostock gesundheitsgefährdend. Verätzungs- aber auch Erstickungsgefahren drohen! Die stickstoffhaltigen Gase (nitrose Gase) können sichtbar als braunes Gas aus dem Silo herausströmen.

Innerhalb der ersten beiden Gärwochen wird bei der Silierung Nitrat enzymatisch oder mikrobiell über mehrere Stufen abgebaut. Hierbei entsteht zeitweise auch Nitrit, von welchem eine hemmende Wirkung auf Buttersäurebakterien bekannt ist. Die Endstufe der Umbauvorgänge von Nitrat sind stickstoffhaltige Gase (nitrose Gase), die aus dem Silo entweichen. Für das Futter selbst, stellen diese Vorgänge keine Qualitätsbeeinträchtigung dar! Siliertechnisch sind die beschriebenen Vorgänge nicht zu beeinflussen!

Sollten Sie ein Abheben der Siloplane über das Silo beobachten, dann meiden Sie die Nähe zu diesem Silo für einige Zeit. Lassen Sie unbedingt die Plane geschlossen und stecken Sie auf keinen Fall Rohre unter die Plane zum Ablassen der Gase. Die Gase lösen sich nach einigen Tagen von selber wieder auf! Weisen Sie auch andere Personen auf die Gefahr hin – hier sind besonders die Kinder gemeint!

Nitrose Gase können schwere Lungenentzündungen (Lungenödem) hervorrufen, die im schlimmsten Fall bis zum Tod führen können – also Vorsicht!

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