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Trockenschäden im Grünland beheben

Auf viele Standorten hat das Grünland massiv unter dem trockenen Sommer 2022 gelitten. Aktuell grünt es auf den meisten Flächen dank der Niederschläge der vergangenen Wochen jedoch wieder kräftig durch. Auffällig sind aber vielerorts die doch recht großen Lücken in der Grasnarbe. Was kann nun getan werden, damit der erste Schnitt 2023 gut gelingen wird?

Intensiv striegeln – gemeine Rispe entfernen
Die Deutschen Weidelgrasbestände haben sich bei der Trockenheit in den Wurzelstock zurückgezogen, grünen jetzt jedoch wieder durch. Der Gemeinen Rispe hingegen hat die Trockenheit aufgrund ihrer geringen Wurzeltiefe sehr geschadet. Bestände, in denen der Druck hoch war, erscheinen nun lückig. Um die gemeine Rispe aus dem Bestand zu entfernen, sollten die Flächen intensiv gestriegelt werden. Alternativ kann auch mit der Egge gearbeitet werden. Durch das Auskämmen der Bestände, entstehen Lücken in der Narbe, welche gute Bedingungen bieten, damit die Grassamen Platz zum Keimen finden und sich etablieren können. Ist der Besatz mit weiteren Ungräsern stark, so ist vor der Nachsaat eine selektive Unkrautbekämpfung durchzuführen.

Im Herbst nachsäen, damit sich die Jungpflanzen gut entwickeln können
Eine Nachsaat sollte im Herbst durchgeführt werden. Nur so haben die Jungpflanzen ausreichend Zeit sich zu etablieren und Ertrag zum ersten Schnitt zu bringen. Grünland ist eine Winterung und entwickelt sich in den kommenden Wochen deutlich intensiver, zudem ist die Konkurrenz durch die Altgräser jetzt im Herbst deutlich geringer. Eine Nachsaat im Frühjahr hat meist zur Folge, dass die wenig etablierten Jungpflanzen aufgrund der Erntetechnik geschädigt werden. Weiterhin sind die jungen Pflanzen im ersten Jahr sehr anfällig gegenüber trockenen Wetterlagen.

Aufwandmenge und Sortenempfehlung
Die Aufwandmenge richtet sich nach der Schwere der Trockenschäden. Je lückiger der Bestand nach dem Striegeln dasteht, desto höher die Nachsaatmenge. Generell können ca. 15-25 kg/ha empfohlen werden. Zur Nachsaat ist deutsches Weidelgras aufgrund der raschen Jugendentwicklung und der Konkurrenzfähigkeit empfehlenswert. Auch wenn durch die Trockenheit eventuell ein Schnitt ausfällt, so liefert das deutsche Weidelgras über die Jahre gesehen, gesichert hochwertiges Futter.

Nachsaatzeitraum und Pflege der Nachsaat
Aufgrund der milden Herbst- und Frühwintertemperaturen kann eine Nachsaat den gesamten Oktober über durchgeführt werden. Voraussetzung ist natürlich eine gute Befahrbarkeit der Grünlandbestände. Je kürzer die Altgräser stehen, desto geringer ist deren Konkurrenzkraft und die jungen Keimlinge können sich einfacher etablieren. Lichtmangel in sehr üppigen Altbeständen führt dazu, dass sich die Keimlinge kaum entwickeln können.
Um guten Bodenkontakt des Saatguts zu gewährleisten, ist das Walzen vor allem bei trockenen Böden notwendig. Auf das Walzen kann verzichtet werden, wenn bereits bei der Aussaat der Boden geschlitzt wird und das Saatgut angedrückt wird.

Autor: Landberatung Grafschaft Hoya e. V.

14.10.2022

 

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