Landwirtschaftsministerium ruft Tierhaltende zur Achtsamkeit auf
Hannover. Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium ruft Tierhalterinnen und Tierhalter insbesondere von Rindern, Schafen, Ziegen zu Achtsamkeit in Bezug auf Symptome, die auf eine Infektion mit dem Shamonda-Virus hinweisen können, auf. Nach den ersten Nachweisen des Shamonda-Virus bei Rindern in Süddeutschland Anfang August 2026 wurde das Virus mittlerweile in weiteren Bundesländern und nun auch in Rinderbeständen in Niedersachsen nachgewiesen. Ein Impfstoff ist derzeit nicht verfügbar.
Da es sich bei einer Infektion mit dem Shamonda-Virus weder um eine melde- noch um eine bekämpfungspflichtige Tierseuche handelt, gibt es derzeit keine vorgeschriebene Meldepflicht oder amtlichen Maßnahmen. Beim Auftreten typischer Symptome sollte ein Tierarzt hinzugezogen und gegebenenfalls geeignete Proben zur Abklärung einer möglichen Infektion an die zuständigen Landesuntersuchungseinrichtungen weitergeleitet werden.
Bei dem in Niedersachsen nachgewiesenen Shamonda-Virus zeigten weitere Analysen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) nun, dass es sich um eine andere Variante des Shamonda-Virus (SHAV-EU2) handelt als jene, die in Süddeutschland nachgewiesen wurde (SHAV-EU1). Es handelt sich daher bei dem derzeitigen Seuchengeschehen um zwei unabhängige Ereignisse. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts
Welche Symptome können auftreten?
Beim Shamonda-Virus handelt es sich um einen neuartigen Erreger aus der Gattung der Orthobunyaviren. Typische Symptome bei Milchkühen sind Fieber, Milchleistungsrückgang und Durchfall. Es ist noch nicht klar, ob und inwieweit längerfristige Schäden durch Infektionen tragender Tiere zu erwarten sind.
Die nahe Verwandtschaft zu anderen Viren (unter anderem Schmallenberg-Virus) lässt zumindest vermuten, dass Missbildungen und Fehlgeburten bei einer Infektion während der Trächtigkeit folgen könnten. Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten daher besonders aufmerksam untersucht werden.
Übertragung durch Gnitzen
Das Virus wird durch Stechmücken (Gnitzen) übertragen, sodass milde Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit eine schnelle Ausbreitung begünstigen. Eine Impfung existiert bisher nicht. Daher stellt eine effektive Insektenabwehr (Mückenschutz, erhöhte Luftbewegung etc.) derzeit die einzige Maßnahme dar, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Für Menschen ist das Virus nach bisherigem Kenntnisstand ungefährlich.
Hintergrund:
Beim Shamonda-Virus (SHAV) handelt es sich um ein durch Gnitzen übertragenes Orthobunyavirus, das eng mit dem Schmallenberg-Virus verwandt ist. Wiederkäuer gelten als wichtige Wirte, jedoch können auch andere Säugetiere (Alpakas, Pferde) infiziert werden.
Bisher hat sich die Verbreitung des Shamonda-Virus auf Teile Afrikas und Asiens beschränkt. Im Sommer 2026 trat es erstmals in Mitteleuropa auf, es wird mittlerweile über Nachweise in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Österreich und den Niederlanden berichtet. Diese europäische Variante wurde in Deutschland erstmals Anfang August in Baden-Württemberg und Bayern nachgewiesen. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI).
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10.09.2026
Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz