Schosser/Unkrautrüben entfernen
Je nach Entwicklung und Schlaghistorie der Rübenbestände treten Schoss- bzw. Unkrautrüben in unterschiedlicher Stärke auf. Diese müssen unbedingt vor Samenreife gezogen/bekämpft werden! Herausziehen (und Heraustragen) wirkt nachhaltig, Abknicken bzw. Abhacken fördert bei fortgeschrittener Samenreife nur den Wiederaustrieb! Werfen Sie Schosser nicht auf benachbarte Flächen! Da eine Pflanze bis zu 5.000 Samen tragen kann, muss einer „Verseuchung“ der Flächen zwingend vorgebeugt werden!
Gleiches gilt im Übrigen für die vermehrt aufkommenden (Problem-)Unkräuter Samtpappel und Stechapfel, die derzeit auch wieder auflaufen bzw. bereits weit entwickelt zwischen den Reihen stehen.
Besonderheit Conviso: Insbesondere in diesem System müssen Schosser/Wildrüben sowie durchgegangene aussamende Unkräuter zwingend vor Samenreife entfernt werden. Gelangen diese zum Aussamen, können sie in Folgekulturen nicht mehr mit Herbiziden aus der Gruppe der ALS-Hemmer bekämpft werden (Resistenzen!) und damit ist der vermeintliche Vorteil des Conviso-Systems schnell aufgebraucht. Besonders sollten auch die Kartoffel-Anbauer im Conviso-System auf die Schosserbeseitigung achten, denn in Kartoffeln durchwachsende Schosser (häufig aus Rübenköpfen ausgetrieben) sind in dieser Kultur schwer zu erkennen und zu bekämpfen, sodass man sich hier neues resistentes Potential schafft.
In diesem Jahr fallen einige Conviso-Schläge mit größerem Durchwuchs von Amarant auf; bitte schauen Sie sich diese Plätze kritisch an. Auch hier gilt: im besten Fall vor Samenreife händisch beseitigen. Ggf. kann eine Resistenzprobe sinnvoll sein, um zu schauen welche Wirkstoffe hier überhaupt noch wirken bzw. welcher Wirkstoffwechsel im Rahmen der Fruchtfolge durchgeführt werden muss. Dies gilt auch für andere Unkräuter, die im System durchgegangen sind; wenn Sie unsicher sind, fordern Sie Beratung ein.
Schädlinge
In einigen Schlägen im Ringgebiet fällt stärkerer Loch-/Schabefraß auf. Ursächlich hierfür ist meist der sog. Schildkäfer; sowohl die Larven als auch die erwachsenen Käfer fressen hier im Blatt. Daneben tritt sehr vereinzelt auch Lochfraß durch die Larve der Gammaeule auf (charakteristisch sind Kotkrümel auf den unteren Blattetagen). Während die Bekämpfungsschwelle von 2-3 Raupen je Pflanze bzw. deutlich über 20% zerfressene Blattfläche bei der Gammaeule nicht überschritten werden, gibt es für die Schildkäfer bislang keine Bekämpfungsrichtwerte. Solange der Fraß sich auf die älteren Blätter begrenzt, ist keine Behandlung erforderlich. Wenn die neu gebildeten Blätter jedoch auch Fraßschäden aufweisen und/oder deutlich über 20% zerfressene Blattfläche auftritt kann der Einsatz eines Pyrethroides mit Indikation „beißende Insekten“ sinnvoll sein.
Das Monitoring zur Erfassung der Schilf-Glasflügelzikade wurde in diesem Jahr weiter ausgeweitet.
Auszug aus dem Rundschreiben
Autor: Landberatung Gifhorn-Wolfsburg e. V.
24.07.2026