In diesem Jahr ist der Druck mit Blattläusen sehr hoch! Blattläuse können Viren übertragen, die sich zum Teil erheblich auf die Erträge auswirken (z.B.: Gelbverzwergungsvirus in der Gerste). Wie vorgehen?
Raps:
Im Raps kann man auf allen Flächen Blattläuse feststellen. Dies allein muss jedoch nicht überbewertet werden. Die Besatzstärke ist von Schlag zu Schlag unterschiedlich hoch. Bei kleinen Rapspflanzen können Blattläuse vor allem durch ihre Saugtätigkeit das Wachstum stark ausbremsen. Allerdings sind hiervon in der Regel nur die Bestände mit max. 4 Laubblättern betroffen. Bestände mit größeren Rapspflanzen sind in der Regel wüchsig und von dem Läusebesatz nicht gebremst.
Die Blattläuse können im Raps das Wasserrübenvergilbungsvirus übertragen. Vor einigen Jahren gab es eine ähnliche Situation. Eine Ertragswirkung ist laut LWK Niedersachsen nicht belegt. Einige Sorten sind gegen das Virus resistent. Da Mitte Oktober oftmals die Behandlung der Erdflohlarven ansteht, können wüchsige Bestände bis dahin unbehandelt bleiben.
Sollte eine Behandlung gegen Blattläuse erforderlich sein, kann bei Beständen mit kleinen Pflanzen bis etwa 3 Laubblättern ein Pyrethroid (z.B. 75 ml/ha Karate Zeon, Decis/Nuyard, 150 ml/ha Shock Down, 5 €/ha) ausreichend sein. Da die Läuse unter den Blättern sitzen, wird bei Beständen > 4 Laubblättern ein systemisches Mittel wie 100 g/ha Teppeki/ Afinto (17 €/ha) + Benetzer (z.B.: 0,1 l/ha Karibu, 3 €/ha) erforderlich.
Weiterhin stehen die Neonikotinoide zur Verfügung. Regulär zugelassen ist 0,2 l/ha Carnadine (16 €/ha) gegen Erdfloh. Per Notfallzulassung gegen Blattläuse ist 0,2 l/ha Mospilan (15 €/ha) zugelassen. Beide dürfen nicht auf drainierten Flächen angewendet werden. Die Wirkung besteht neben Blattläusen auch auf Rübsenblattwespe und Kohlmotten.
Getreide:
In früh gesätem Getreide muss ab dem 2.-3. Blatt eine Insektizidmaßnahme erfolgen, sofern die Bekämpfungsschwelle (10 % befallene Pflanzen) überschritten wurde. Bei erneuter Besiedelung der Flächen kann unter Umständen eine zweite Maßnahme erforderlich werden.Einzusetzen sind hier die Pyrethroide, wie z.B. 200 ml/ha Sumicinin, 75 ml/ha Karate Zeon, 75 ml/ha Jaguar (5 €/ha) oder mit deutlich längerer Wirkung 100 g/ha Teppeki bzw. Afinto (17 €/ha).
Gerste ist besonders gefährdet, denn die Läuse können das Gelbverzwergungsvirus übertragen. Erfolgt keine Insektizidbehandlung und es liegt eine hohe Beladung der Läuse mit dem Virus vor, kann dies bis zum Totalausfall führen.
Mittlerweile gibt es viele Sorten, die eine Toleranz gegen das Virus aufweisen und daher nicht mit Insektiziden behandelt werden müssen. Betroffen sind: Chilis, Integral, Exquis, Delis, Fascination, Alice und Zorica.
Besonders in geschützten Lagen und Flächen neben Mais, Zwischenfrüchten, Ausfallgetreide oder anderen „grünen Brücken“ kann eine frühe Besiedelung mit Blattläusen stattfinden.
05.10.2026