Die Rapsblütenbehandlung ist für die Ertragsabsicherung und die Krankheitsvermeidung essenziell und muss daher passend terminiert werden. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Absicherung von Sclerotinia sclerotiorum, der sogenannten Weißstängeligkeit. Als Nährboden auf den Rapspflanzen sind fallende Blütenblätter in den Blattachseln und ebenfalls ausreichend Feuchtigkeit im Bestand notwendig. Die Infektion wird gesetzt, sobald Blütenstaub auf sporulationsfähige Apothezien in den Blattachseln fällt. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass mit der Infektion von Sclerotinia jederzeit zu rechnen ist. Selbst wenn es vermeintlich trocken und morgens „nur“ Tau in den Beständen vorhanden ist. Eine erhöhte Wasseraufwandmenge von mindestens 250 bis 400 l/ha bei der Blütenbehandlung sorgt für eine Durchdringung des Bestandes. Die Fahrgeschwindigkeit sollte reduziert werden, um Schäden am Bestand niedrig zu halten.
Blütenschädlinge
Ob eine Insektizidmaßnahme notwendig wird, hängt von dem Auftreten von Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke ab. Der Schaden des Kohlschotenrüsslers entsteht, wenn in die Bohrlöcher Wasser eintritt und dies ein Keimen der Schoten zur Folge hat. Auch Pilzinfektionen wird hierdurch die Pforte geöffnet. Eine weitere Gefahr ist die Kohlschotenmücke. Sie legt ihre Eier in die vorhandenen Bohrlöcher des Rüsslers ab und verursacht damit den Schaden.
Bienenauflagen bei Mischungen von Insektiziden und Fungiziden im Winterraps
Natürlich muss auch auf den Bienenschutz bei der Blütenspritzung besonderes Augenmerk gelegt werden. Grundsätzlich empfiehlt sich aber, unabhängig von der Bieneneinstufung die Behandlung in die Abendstunden zu verlegen, um keine Bienen mit der Spritzflüssigkeit zu treffen. Eine rechtzeitige Kontaktaufnahme vor der Blütenbehandlung mit dem Imker ist sinnvoll, um unnötige Bienenschäden proaktiv und im Einklang mit der Imkerei zu vermeiden.
– Auszug aus dem Rundschreiben –
Zu Mittelwahl und -anwendung fragen Sie Ihren Berater vor Ort.
30.04.2026