Erdmandelgrass-Vorbeugen und bekämpfen

Biologie
Für die Landwirtschaft im Ringgebiet werden die beiden invasiven Arten Erdmandelgras und Knolliges Cyperngras zunehmend zu einem Problem. Die zahlreichen Vermehrungsstrategien über Erdmandeln, Rhizome und Samen machen eine Bekämpfung äußerst schwierig sowie zeit- und kostenintensiv. Prävention und frühzeitiges Handeln sind entscheidend, um die Ausbreitung einzudämmen und massive Ernteausfälle zu verhindern. Beide Arten sind wärmeliebende Pflanzen und bedrohen vor allem Sommerkulturen und Hackfrüchte wie Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse sowie Dauerkulturen. Die Wuchshöhe der Erdmandelgräser beträgt 0,2 bis 1 Meter. Die Blätter sind V-förmig und hellgrün, die Stängel drei kantig. Die Vermehrung erfolgt überwiegend vegetativ über unterirdische Rhizome und Knöllchen. Eine Vermehrung über Samen ist ebenfalls möglich.
Die Blüte findet von Juli bis September statt. Das Erdmandelgras bildet gelbliche Blütenstände, wohingegen das Knollige Cyperngras rötlich blüht und deutlich größere Erdmandeln ausbildet.

Verbreitung
Erdmandelgras wird hauptsächlich über seine unterirdischen Knöllchen, die sogenannten Erdmandeln, verbreitet. Diese werden als „blinde Passagiere“ mit anhaftender Erde durch Bodenbearbeitungs- und Erntemaschinen, Erntegut sowie Pflanzgut von Wurzel- und Knollenfrüchten auf unbelastete Flächenverschleppt. Weitere Eintragswege sind Erdaushub, Grabenräumungen, Überschwemmungen sowie der Zukauf von belasteter Erde, Kompost, Pflanzgut oder Saatgut.

Bekämpfung
Die Bekämpfung ist schwierig, weil die Knöllchen tief im Boden liegen, mehrere Jahre keimfähig bleiben und von vielen Herbiziden nur unzureichend erreicht werden. Auch nach einer Schwächung der oberirdischen Pflanzen kann sich das Erdmandelgras schnell regenerieren und zahlreiche neue Knöllchen bilden. Einzelmaßnahmen wie eine einmalige Herbizidbehandlung oder zusätzliche Hackdurchgänge reichen nicht aus. Notwendig ist eine konsequente, mehrjährige Kombination verschiedener Maßnahmen.

Zu Mittelwahl- und Anwendung fragen Sie Ihren Berater vor Ort

 – Auszug aus dem Rundschreiben –

 

13.08.2026

Landberatung Lüneburg e. V.