Die Effizienz auf dem Grünland steht und fällt mit der Narbenzusammensetzung und der Narbendichte. Im Gegensatz zum Frühjahr bietet der Herbst ideale Bedingungen, um Grünlandnarben zu regenerieren. Nach der Hauptnutzungsperiode ist der Boden noch warm genug für eine effektive Saatkeimung, während die Feuchtigkeit zunimmt und die Konkurrenz der Altnarbe gleichermaßen sinkt. Außerdem ist gegenüber dem Frühjahr das Zeitfenstern für die Grünlandpflege deutlich größer. Es liegen jetzt also sehr gute Voraussetzungen für eine Nachsaat vor.
Eine Erneuerung empfiehlt sich, wenn Lücken durch Trockenheit, Überweidung, Ernte oder Unkrautbewuchs entstanden sind. Zunächst muss die Narbe durch scharfes (evtl. mehrmaliges) Striegeln aufgelockert und von Filz (jährige Rispe) sowie Unkraut befreit werden. Je trockener der Oberboden ist, desto effektiver ist diese mechanische Maßnahme. Die Ampferbekämpfung ist nur über Pflanzenschutz möglich. Anschließend erfolgt die Nachsaat von standortangepassten Gräsermischungen mit einer Schlitzdrille (5-10 kg/ha bei guten Beständen, 10-20 kg bei größeren Narbenlücken). Zur Verbesserung der langfristigen Nährstoffversorgung, der Trockentoleranz und der reduzierten Rostbildung im Herbst sind 5 % Weißklee in der Nachsaatmischung sinnvoll. Nach dem Schlitzen darf keine Beweidung mehr stattfinden, da sonst die jungen Gräser gleich wieder rausgerissen werden! Eine Rückverfestigung mit der Walze (was im Frühjahr auch immer schwierig ist) sichert bei Bedarf den Bodenschluss und schützt das Saatgut vor Austrocknung.
Fazit: Wer jetzt die Grünlandnarbe erneuert, schafft die Basis für einen dichten, ertragreichen Gräserbestand und somit die Grundlage für eine effiziente Futterproduktion und Futteraufnahme in 2026.
Zu Mittelwahl und -anwendung fragen Sie Ihren Berater vor Ort.
20.08.2025