Grünlandvorbereitung – Die Vegetation steht in den Startlöchern

Die Vegetation steht in den Startlöchern. Nach den schneereichen letzten Wochen ist vielerorts noch Zurückhaltung bei der Befahrbarkeit geboten.

Organische Düngung
Sobald die Flächen tragfähig sind, ist zügig mit der organischen Düngung zu beginnen. Jeder verlorene Tag im zeitigen Frühjahr kostet Ertrag und Futterqualität. Wichtig ist dabei, auf eine fließfähige Dünnphase zu achten. Gut separierte oder verdünnte Gülle verbessert die Stickstoffausnutzung, schont die Grasnarbe und reduziert die Futterverschmutzung deutlich. Im direkten Zusammenhang damit steht die Clostridienbelastung. Durch Güllebänder sowie Erd- und Schmutzeintrag gelangen vermehrt Clostridiensporen ins Erntegut, was Fehlgärungen begünstigt und das Risiko Leaky-GutSyndrom, hämorrhagisches Darmsyndrom (HBS) oder allgemeine Verdauungsstörungen erhöht. Hohe Futteraufnahmen und damit hohe Leistungen sind nur bei konsequentem Grünlandmanagement erreichbar. Einzelgaben sollten 20 m³/ha nicht daher überschreiten und sind unmittelbar auf den Boden zu platzieren.

Mineralische Düngung
Parallel ist die Temperatursumme im Blick zu behalten. Ab etwa 200° C Temperatursumme beginnt das Grünland spürbar zu wachsen, dann ist auch der richtige Zeitpunkt für die mineralische N- und S- Ergänzungsdüngung gekommen. Ziel muss sein, dass dem Bestand zum 1. Schnitt rund 120 kg N/ha pflanzenverfügbar zur Verfügung stehen. Nur so lassen sich dichte, leistungsfähige Bestände mit hohen Energie- und Eiweißgehalten etablieren. 20 % Rohprotein in der Grassilage sind bei intensiver Milchviehfütterung ein angestrebter Richtwert, um Grundfutterleistungen abzusichern und Kraftfutterkosten zu begrenzen.

Grundnährstoffversorgung
Die Grundlage für hohe Erträge und Qualitäten bleibt eine dichte Narbe aus leistungsfähigen Gräsern. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Bestände zu kontrollieren: Lücken, Mäuseschäden, Verunkrautung oder Narbenauflockerungen sind frühzeitig zu erkennen. Für das Bodengefüge ist dabei nicht allein der gemessene pH-Wert entscheidend, sondern der Anteil an freiem CaO im Boden. Freier CaO fördert die Bodenstruktur, verbessert die Tragfähigkeit und aktiviert das Bodenleben. Gerade auf schweren Marschstandorten oder auf intensiv genutzten Flächen sind stabile Bodenverhältnisse die Voraussetzung für nachhaltige Erträge.
Bei intensiver Schnittnutzung mit etwa 130 dt TM/ha werden jährlich rund 550 kg CaO/ha entzogen. Zur Orientierung: 1 kg CaO entspricht 1,78 kg CaCO₃. Bei einem Kalk mit 80 % CaCO₃-Gehalt ergibt sich daraus eine Erhaltungsdüngung von mindestens 10 dt/ha. Dabei sollte auf eine hohe Reaktivität des Kalkes (mindestens 50 %) geachtet werden, damit die Wirkung zügig einsetzt. Kalkgaben sind Investitionen in die Bodenfruchtbarkeit und zahlen sich über Jahre hinweg aus.
Auch die Kaliumversorgung verdient Beachtung. Hohe Erträge bedeuten hohe K-Entzüge. Eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung stabilisiert die Bestände, verbessert die Standfestigkeit und unterstützt die Wasserregulierung der Pflanzen – ein nicht zu unterschätzender Faktor bei wechselhaften Frühjahrsbedingungen.

 

Nachsaaten
Für Narbenaufwertung eignen sich die Monate Juli bis September am besten. Im Frühjahr kann sie nur eine Schadensbegrenzung über Lückenschluss darstellen. Vor jeder Nachsaat sind die Ursachen zu analysieren. Wenn Altnarben aufgrund von Verdichtungen, Entwässerungsproblemen oder fehlendem freien Kalk nicht leistungsfähig sind, werden auch Nachsaaten langfristig scheitern. Erst die
Bodenstruktur und Nährstoffversorgung in Ordnung bringen, dann nachsäen. Die Narbendichte ist kritisch zu prüfen. Ziel sind geschlossene Bestände ohne offenen Bodenanteil.
Die Bekämpfung der jährigen Rispe darf nur bei ausreichend trockenen Bedingungen mit dem scharf eingestellten Striegel erfolgen, um sie heraus zu kämmen. Mechanische Maßnahmen bei zu feuchten Böden verschärfen häufig das Problem, statt es zu lösen.

 

05.03.2026

Stader Beratungsringe e.V.

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