Herbizideinsatz Getreide Herbst 2025

Der Einsatz von Getreideherbiziden im Herbst ist seit vielen Jahren Standard und in der Regel auch dringend notwendig. Das Fortschreiten von Resistenzen beschleunigt sich in der letzten Zeit dramatisch. Mildere Winter und dadurch vitalere und größere Ungräser erschweren die
Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz und Co. Dadurch ist auch bei späten Aussaaten häufig der Nutzen einer reinen Flufenacet Applikation noch größer als das mögliche Ausbremsen der Kultur. Abgesehen davon wirken auch die Frühjahrsherbizide zunehmend unsicherer.

Unsere Empfehlungen sind in der Regel auf die Leitungräser Ackerfuchsschwanz und Weidelgras ausgerichtet. Windhalm wird sicher miterfasst. Anpassungen der „einfachen“ Mischungen müssen bei erkennbaren Resistenzen erfolgen.

Voraussetzung für gute Wirkungsgrade bleibt ein feinkrümeliges, feuchtes und gut abgesetztes Saatbett, im Zweifel sollte die Fläche vor der Herbizidapplikation gewalzt werden. Eine gleichmäßige Tiefenablage mit 2-3 cm Bodenbedeckung ist ebenso entscheidend. Auch auf Tonböden die Drillmaschine so einstellen, dass keine offenen Saatschlitze entstehen. Unter Umständen sollte der Aussaattermin angepasst werden.

Spritztermine sollten soweit es Witterung, Saatbett und Bodenfeuchte zulassen möglichst im Vorauflauf erfolgen. Ist eine Behandlung erst im Auflaufen der Ungräser möglich, lassen sich die Wirkungsgrade durch Zugabe des Wirkstoffes Prosulfocarb noch etwas absichern.

Auch bei trockenen Bedingungen und verzetteltem Auflauf des AFUs sollte Flufenacet eingeplant werden. Bei AFU-Pflanzen mit mehr als einem Blatt muss eine blattaktive beigemischt werden, da Flufenacet bei Trockenheit kaum mehr als 30 % Wirkung erreichen kann.

Passt alles zusammen und es kommt zur schnellen Keimung des AFUs vor dem Auflaufen des Getreides empfiehlt sich bei passenden Bodenbedingungen ein  Blindstriegeln der Bestände. Bei geplantem Einsatz eines Striegels vor oder nach dem Auflaufen sollte die Aussaatstärke direkt um mindestens 10 % erhöht werden und die Ablage auf bis zu 4 cm erhöht werden.

 

Neue Herbizide:

Wie bereits mehrfach beschrieben dürfen in diesem und auch im nächsten Herbst noch die flufenacethaltigen Herbizide eingesetzt werden.
Inwieweit die produzierten und verfügbaren Mengen den Bedarf aller Landwirte decken können, ist schwer zu sagen. Sofern noch nicht geschehen, sichern Sie sich jetzt noch die benötigten Mengen für dieses Jahr und auch für 2026.

Einige Hersteller haben neue Mittel oder Packs zusammengestellt, die kein Flufenacet enthalten und somit eine Möglichkeit für die Zeit nach 2026 darstellen könnten. Häufig ist hierbei der „Boxer-Wirkstoff“ (Prosulfocarb) enthalten.
Wirkung und Verträglichkeit dieser neuen Alternativen sind allerdings schlechter als bei den bisher langjährig eingesetzten Varianten.

 

 

Auszug aus dem Rundschreiben

Zu Mittelwahl und -anwendung fragen Sie Ihren Berater vor Ort.

 

17.09.2025

Landwirtschaftlicher Beratungsring Hildesheim e.V.

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