Kalkung

Ein an die Bodenart angepasster pH-Wert ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Ertragsfähigkeit der Böden. Nach der Getreideernte ist die beste Zeit, Flächen mit zu niedrigem pH-Wert aufzukalken bzw. Erhaltungskalkungen im Rahmen der Fruchtfolge vorzunehmen. Die zu düngende Kalkmenge sollte sich an möglichst aktuellen Bodenuntersuchungsergebnissen orientieren.

Nach der Düngeverordnung müssen für jeden Schlag ab 1 ha Größe mindestens alle 6 Jahre Bodenproben zur Bestimmung der Phosphorversorgung entnommen werden. Diese Vorgabe ist im Rahmen von Cross Compliance Prüfungen prämienrelevant. Zur Optimierung der Düngung ist eine Probenahme einmal in der Fruchtfolge vor dem Anbau der Blattfrucht (alle 3-4 Jahre) sinnvoll. Das gilt besonders für schwächer versorgte Böden und neu hinzu gekommene Flächen.

 

Je nach Bodenart und Flächennutzung unterscheiden sich die anzustrebenden pH-Werte und die notwendigen Kalk-Erhaltungsgaben in Versorgungsstufe C. Bei Humusgehalten über 4% liegen die anzustrebenden pH-Werte niedriger.

 

Bei der Kalkdüngerauswahl sind folgende Kriterien zu berücksichtigen:
• Der Gehalt an basisch wirksamen Bestandteilen (in % CaO),
• Der Gehalt an Nebenbestandteilen (MgO, P2O5, Spurennährstoffe),
• Die Wirkungsgeschwindigkeit (bestimmt durch die Bindungsform der basisch wirksamen Bestandteile, dem Vermahlungsgrad und der Art des Ausgangsgestein)
• Die Nährstoffkosten je dt CaO.
Basisch wirksam sind CaO + MgO oder CaCO3 + MgCO3. Besonders bei Kohlensauren Kalken ist mit Zunahme der Magnesiumgehalte eine Verringerung der Wirkungsgeschwindigkeit des Kalkes verbunden. Je höher die Wirkungsgeschwindigkeit eines Kalkes, desto schneller wird der pH-Wert des Bodens angehoben.

 

Daher eignen sich schnell wirksame Kalke wie z.B. Branntkalk besonders für Gesundungskalkungen auf Böden mit stark zu niedrigen pH-Werten. Langsam wirksame Kalke sind nur zur Erhaltungskalkung auf Böden mit gut eingestellten pH-Werten zu empfehlen. Bei einer Fruchtfolgekalkung sollte die Kalkung zu einer kalkliebenden Frucht wie Zuckerrüben, Raps, Leguminosen oder Gerste erfolgen. Eine Kombination von Kalk- und Gülleausbringung kann zu erhöhten Ammoniakverlusten führen. Eine umgehende Einarbeitung ist deshalb wichtig.

 

Auszug aus dem Rundschreiben

Autor: Landberatung Schaumburg e: V.

18.07.2022

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