Liquidität sichern: Strategien gegen finanzielle Engpässe im Betrieb

Bei vielen landwirtschaftlichen Betrieben hat sich die Liquidität in den letzten Wochen weiter verschlechtert. Die Ursache liegen neben den gestiegenen Kosten für die Betriebsmittel wie z.B. Mineraldünger und Diesel auch in den aktuell schlechten Verkaufserlösen für z.B. Kartoffeln, Getreide, Milch und Schweinefleisch.

Oftmals muss ein Kontokorrentrahmen von der Hausbank in Anspruch genommen werden. Wenn ein Kontokorrentrahmen dauerhaft überzogen wird, gilt dies bei Banken als hartes Negativmerkmal. Kontoüberziehungen signalisieren finanzielle Engpässe, Liquiditätsmängel oder eine mangelhafte Planung. Dies verschlechtert Ihre Bonität, was bei künftigen Kreditvergaben zu höheren Zinsen oder direkten Ablehnungen führen kann.
Bei Bedarf gilt es den zukünftigen Liquiditätsbedarf für den Betrieb abzuleiten und finanzielle Engpässe möglichst frühzeitig zu erkennen.
Um die Liquidität zu optimieren können unter anderem folgende Maßnahmen kurzfristig umgesetzt werden:

  • Möglichst längere Zahlungsziele mit den Lieferanten vereinbaren.
  • Eigene Rechnungen (für z.B. Lohnarbeiten) zeitnah erstellen und feste Zahlungsziele setzen.
  • Privatentnahmen so weit wie möglich reduzieren.
  • Investitionen wenn möglich weiter hinauszögern
  • Unnötiges Betriebsvermögen (z.B. Maschinen) veräußern
  • Steuervorauszahlungen wenn möglich herabsetzen

 

Bei einem schlüssigen Konzept kann mit der Hausbank über eine vorrübergehende Tilgungsaussetzung bestehender Darlehen vereinbart werden oder der ermittelte Liquiditätsbedarf über ein mittelfristiges Darlehen mit tilgungsfreien Anlaufjahren abgedeckt werden.

Sprechen Sie Ihren Berater vor Ort bei Bedarf gerne zeitnah an, damit für ihren Betrieb eine entsprechende Liquiditätsplanung erstellllt werden kann.

 

22.06.2026

Landwirtschaftliche Unternehmensberatung Zeven e.V.