Die hohen Temperaturen Anfang August in Verbindung mit ausbleibenden Niederschlägen haben die Maisbestände schnell abreifen lassen, so dass die Silomaisernte im Vergleich zu anderen Jahren wieder früh begonnen hat. An dieser Stelle weisen wir auf die pflanzenbaulichen Erfordernisse nach dem Häckseln hin, um sowohl die Ausbreitung des Maiszünslers zu vermindern und zum anderen um Pilzerkrankungen in den Folgekulturen vorzubeugen.
Nach der Maisernte (Silo- und Körnermais) sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
• Maisstoppel nach der Ernte möglichst zeitnah/sobald die Witterung es zulässt mulchen
• Stroh-/Stoppelrotte durch Bodenbearbeitung fördern
• wenn möglich: Maisstoppeln und -stroh sorgfältig und tief unterpflügen, damit keine Stoppelreste auf der Oberfläche verbleiben
Die Bearbeitung der Maisstoppeln ist die wichtigste und ernst zu nehmende phytosanitäre Maßnahme, die JEDER Maisanbauer berücksichtigen muss. Zum einen wird damit dem Befall des Maiszünslers vorgebeugt, zum anderen verrotten kürzere Stoppelreste deutlich schneller wodurch das Risiko von Fusarium-, Rhizoctonia- und diversen pilzlichen (Blatt-) Krankheiten verringert wird. Das Mulchen bzw. Abschlegeln bringt die besten Zerkleinerungserfolge und die höchsten Wirkungsgrade bei der Bekämpfung der Zünslerlarven. Es sollte möglichst zeitnah nach der Maisernte erfolgen, da dann zum einen die größten Chancen bestehen, dass die Zünsler-Larven noch im Stängelabschnitt oberhalb der Erde erwischt werden. Zum anderen sind die Stängel dann i.d.R. noch so elastisch, dass sie besser „zerspleissen“ und nicht nur einfach von den Arbeitsgeräten umgedrückt werden. Optimal ist ein Unterbausatz direkt am Maisgebiss, der den Maiszünsler schon bei der Ernte mechanisch bekämpft oder der Mulcher läuft unmittelbar hinter dem Maishäcksler, so dass die Abfuhrgespanne nicht unnötig Stängel umfahren und möglichst alles zerkleinert wird! Falls dies nicht möglich ist, sollte zumindest bei den Abfahrern darauf hingewiesen werden, dass sie möglichst in einer Spur (wie der Häcksler) fahren, damit die Zerkleinerungseffekte einen möglichst hohen Flächenanteil erreichen! Optimal wäre nach dem Zerkleinern der Stoppeln eine flache Bodenbearbeitung, um eine Einmischung in den Oberboden und damit bessere Zersetzung zu erreichen. Diese Maßnahme muss jedoch, je nach Folgekultur, CC-Auflagen (Wasser-/ Winderosion), GLÖZ-Vorgaben, etc. vorab geprüft werden.
ACHTUNG: Das Auftreten des Maiszünslers im Ringgebiet nimmt weiter zu. Nach wie vor gilt, dass jedem Maisanbauer mehr denn je daran gelegen sein sollte Maßnahmen zur Zerkleinerung und Bodenbearbeitung durchzuführen, damit auch weiterhin die Probleme mit Maiszünsler und/oder Krankheitsdruck auf geringem Niveau gehalten werden.
16.09.2025