Maisaussaat

Sortenwahl, Saatbettbedingungen, Saattermin und die gewählte standortangepasste Pflanzenzahl pro m² bilden zur Aussaat die Basis für eine erfolgreiche Silomaisernte. Zur Vorbereitung der Maisaussaat sollten die Böden für Gülle- und Gärrestausbringung sowie anschließender Bodenbearbeitung gut abgetrocknet sein. Der Mais bevorzugt ein erwärmtes, verdichtungsfreies und gut durchlüftetes Saatbett. Er ist sehr empfindlich gegen Strukturschäden, der Boden sollte daher nur im trockenen Zustand bearbeitet werden, da sonst Verdichtungen im Unterboden möglich sind, die das Wurzelwachstum beeinträchtigen können. Die Maisaussaat sollte nicht dem Kalender folgen, sondern sich nach den Standortverhältnissen, der Befahrbarkeit und der Witterung richten. “Der Bodenzustand geht vor dem Termin“. Dabei gilt der Leitsatz: „Ein gutes Saatbett ist wichtiger als der Saatzeitpunkt“ und „wie gesät, so geerntet“. Der Mais benötigt für einen zügigen Auflauf eine Bodentemperatur in 5 cm Tiefe von mindestens 8° C (besser 10° C) und die Maisaussaat sollte in einer Phase warmer Witterung hinein erfolgen. Eine zu frühe Aussaat – bei hohen Tag-/Nachtschwankungen der Lufttemperatur – in einen schlecht strukturierten und evtl. im Untergrund nassen Standort führt zwangsläufig zu einem langsamen, verzettelten Aufgang. Zu lange Verweilzeiten im Boden schwächen den Keimling, und führen i.d.R. zu ungleichmäßigen und geringeren Beständen. Bei Frühjahrsfurche sollte eine ausreichende Rückverfestigung des Bodens gewährleistet sein (Pflügen mit Packer). Alle Stoppelreste sollten zu 100 % eingearbeitet sein. Die Saattiefe orientiert sich an der Bodenbeschaffenheit, insbesondere aber an der Bodenfeuchtigkeit, da der Mais für die Keimung auf die nötige Feuchtigkeit für Quellen und Keimung der Saat angewiesen ist. Im Allgemeinen wird eine Ablagetiefe auf schweren Böden von 3 – 4 cm und auf leichten Böden von 4 – 6 cm empfohlen. Die Ursache für ungleichmäßige und/oder zu flache Saatgutablagen liegt in aller Regel im zu schnellen Fahren bei der Aussaat. Daher sollte die Ablagequalität wiederholt kontrolliert und die Fahrgeschwindigkeit von 7 – 8 km/h bei pneumatischen Geräten nicht überschritten werden. Eine weitere wichtige Voraussetzung für den Maisanbau ist eine standortangepasste Pflanzenzahl pro Quadratmeter. Die optimale Bestandesdichte ist von der Sorte, der Standortqualität und den klimatischen Bedingungen abhängig. Auf ausreichend mit Wasser versorgten Flächen sind Bestandesdichten von 8 – 10 Pflanzen je m² anzustreben, auf leichten Standorten kann manchmal weniger mehr sein.
Auch bei bester Saatgutqualität und günstigen Saatbett- und Auflaufbedingungen sind hinsichtlich der Saatstärke Saatgutzuschläge von 5 % (0,4 bis 0,5 Körner je m2) einzuplanen, um die angestrebte Bestandsdichte erreichen zu können.

Kalkung: Die Verfügbarkeit der Nährstoffe ist stark abhängig von der Bodenstruktur und dem optimalen pH-Wert. Wurde die Kalkung in den letzten Jahren vernachlässigt, ist die Nährstoffverfügbarkeit im Boden eingeschränkt, wodurch der Ertrag und die Nährstoffeffizienz begrenzt werden. Ob Handlungsbedarf besteht, zeigen die Bodenuntersuchungsergebnisse!
Die Kalkung sollte mit anschließender sorgfältiger Einarbeitung optimal vor Ausbringung der Gülle erfolgen. Die Gülledüngung sollte dabei möglichst zeitnah vor dem geplanten Saattermin durchgeführt werden. Um eine optimale Nährstoffausnutzung aus der Gülle zu erzielen, ist es sinnvoll, die Ausbringung nach dem Pflügen durchzuführen, um mit einer oberflächennahen Einarbeitung gleichzeitig eine Saatbettvorbereitung zu gewährleisten. Nachteil dabei ist, dass nach dem Pflügen mit dem schweren Güllefass auf dem gelockerten Boden gefahren werden muss. Wichtiger als die Reihenfolge der Arbeitsschritte „Gülleausbringung“ und „Pflügen“ einzuhalten, ist es, darauf zu achten, dass nur flach gepflügt wird.

Hinsichtlich der Frage, ob zur Einsparung von Arbeitsgängen Gülle und Kalk hintereinander aufs Land gefahren und dann gemeinsam eingearbeitet werden können, sind zwei Aspekte zu berücksichtigen:

1. Ammoniakverluste: Wenn der Kalk breitflächig ausgestreut wird, stellt sich an der Bodenoberfläche ein höherer pH-Wert ein. Das geht sehr schnell bei Branntkalk, dauert bei kohlensauren Kalken (Kalkmergeln) aber deutlich länger. Wird also Gülle auf Branntkalk ausgebracht, entstehen sofort hohe zusätzliche Ammoniakverluste, bei kohlensauren Kalken hingegen nicht. Vor dem Hintergrund möglicher Ammoniakverluste ist es daher möglich, Gülle nach kohlensaurem Kalk auszubringen. Das umgekehrte Verfahren (Kalk streuen nach der Gülleausbringung) ist ebenfalls möglich, erfordert aber eine sehr schlagkräftige Arbeitskette, da die Düngeverordnung die unverzügliche Einarbeitung der Gülle nach der Ausbringung vorschreibt (d.h. schnellstmöglich, spätestens aber 1 Stunde nach Beginn der Aufbringung).

2. Pflanzenbauliche Aspekte: Die gemeinsame Einarbeitung von Gülle und Kalk erscheint aus pflanzenbaulicher Sicht eher ungünstig, weil der Kalk möglichst in den gesamten Bearbeitungshorizont (20 cm tief) eingemischt werden sollte. Die Gülle hingegen sollte relativ flach (5 – 10 cm) eingearbeitet werden, damit die in ihr enthaltenen Nährstoffe den Pflanzen nach dem Aufgang sofort zur Verfügung stehen.

 

22.04.2026

Landberatung Land Hadeln e.V.

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