Eine bedarfsgerechte Versorgung insbesondere mit Mangan und mit abnehmendem Bedarf auch mit Kupfer, Zink und Bor ist wichtig für eine gute Vitalität, Wurzelentwicklung, Bestockung und Winterfestigkeit des Wintergetreides im Herbst. Besonders empfindlich auf unzureichende Spurennährstoffversorgung reagiert die Gerste. Weizen und Triticale zeigen nicht so schnell offensichtliche Symptome, leiden aber bei schlechter Versorgung in gleichem Maße. Manganmangel kommt auf bestimmten Standorten (hohe pH-Werte, leichte & humose Standorte) regelmäßig vor und kann dort prophylaktisch abgesichert werden. Auf Manganmangel lässt sich schließen, wenn sich die stärker rückverfestigten Schlepperspuren dunkelgrün darstellen und der Hauptbestand gelbgrün aussieht. Neben den Standorteigenschaften wird die Spurennährstoffverfügbarkeit stark durch die Witterungsbedingungen beeinflusst: Trockene Witterungs- und Bodenverhältnisse schränken die Pflanzenverfügbarkeit der Spurennährstoffe ein.
In Wintergerste ist eine Blattdüngung im Herbst mit Mangan auf allen Standorten überlegenswert und bei länger anhaltender Trockenheit auf jeden Fall empfehlenswert. Auf Flächen, auf denen in der Vergangenheit häufiger Manganmangel in der Wintergerste beobachtet wurde, ist bei länger anhaltender Trockenheit eine Mangan-Blattdüngung auch in Winterweizen und Triticale sinnvoll.
Sofern nicht vorher Aufhellungen beobachtet werden, sollte eine Blattdüngung möglichst erst ab dem 3-Blattstadium durchgeführt werden, damit genügend Blattfläche zur Aufnahme vorhanden ist. In der Regel bieten sich Kombinationen mit nötigen Insektizidspritzungen an.
Auszug aus dem Rundschreiben – zu Mittelwahl- und Anwendung wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort.
Autor: LB Hameln-Holzminden und VuB Deister/Leine
28.10.2026