Milchvieh im Frühjahr: Azidose früh erkennen und gegensteuern

Zu dieser Jahreszeit zeigen sich in vielen Herden erste Anzeichen von Azidosen. Häufig beginnt es schleichend, doch auch akute Fälle mit deutlichem Leistungsrückgang treten immer wieder auf. Ein typischer Auslöser ist eine Umstellung in der Fütterung, besonders beim Wechsel der Grassilage. Dadurch verändert sich zunächst die Zusammensetzung, dann die Futteraufnahme und damit auch das Milieu im Pansen.
Zusätzlich wirkt sich die schneller verfügbare Stärke aus der Maissilage aus. Sie kann die Übersäuerung im Pansen weiter verstärken. Treten erste Anzeichen auf, ist rasches und gezieltes Handeln durch die Rationsanpassung entscheidend.

Pufferstoffe erhöhen
Als erster Schritt kann der Anteil an Puffersubstanzen wie Natriumbicarbonat um etwa 50 bis 150 g je Tier und Tag erhöht werden. Dies hilft, die Folgen einer geringeren Futteraufnahme abzupuffern.

Mehr Struktur in die Ration bringen
Zeigt sich keine Verbesserung, ist das Verhältnis von Mais- und Grassilage anzupassen, mit höherem Anteil an Grassilage. Ein höherer Faseranteil unterstützt die Stabilität im Pansen und verringert den Einfluss schnell verfügbarer Stärke.

Kraftfutter gezielt einsetzen
Eine einfache Verringerung der Kraftfuttermenge ist meist nicht sinnvoll, da dadurch der Energiegehalt sinkt und die Futteraufnahme weiter leiden kann. Besser ist es, den Anteil an beständiger Stärke zu erhöhen und schnell verfügbare Stärke zu verringern.

Worauf es insgesamt ankommt
Zu viele Rationsumstellungen haben oft Leistungsabfälle und Stoffwechselprobleme zur Folge. Die gesamte Ration muss immer im Blick behalten werden und an die tatsächliche Aufnahme an Trockenmasse angepasst werden. Um hohe Leistungen zu halten, darf die Betrachtung der Struktur neben Energiegehalt und Schmackhaftigkeit nicht vergessen werden.

 

15.04.2026

Stader Beratungsringe e.V.

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