Rapsanbau

Herbstdüngung:
In Grünen Gebieten ist eine Herbstdüngung zu Raps nach Getreidevorfrucht möglich. In Roten Gebieten ist dies ebenfalls der Fall, wenn zuvor eine Nmin-Probe gezogen wird und der Nmin- Wert 45 kg (0 – 60 cm) nicht übersteigt. Flächen mit Getreidevorfrucht (Winterweizen, Stoppelweizen, anderes Getreide) und gleicher Bodenart können im Rahmen der Probenahme zu Bewirtschaftungseinheiten zusammengefasst werden. Grundsätzlich gilt, dass eine maximale Düngung von 60 kg Gesamt-N bzw. 30 kg NH4-N im Bedarfsfall nicht überschritten werden darf. Eine NDüngung ist zu Mulch- und Direktsaaten zu empfehlen, vor allem, wenn das Stroh nicht abgefahren wurde, da die Strohrotte N bindet.

Bodenbearbeitung:
Eine tiefe Lockerung mit guter Rückverfestigung ist wichtig! Pflügen (ohne Stroheinschlüsse) ist eine gute Vorbereitung. Mulchsaat ist ebenso möglich, sollte allerdings ein gutes „Strohmanagement“ voraussetzen. Besonders unter trockenen Bedingungen und bei Pflugsaat sollten Bodenbearbeitung und Aussaat möglichst zeitnah beieinander liegen, am besten parallel verlaufen. Die Rückverfestigung und ein intensives „Ackern“ sind hilfreich, um Schnecken und Mäuse zu reduzieren.

Aussaat:
Wichtig ist, dass der Raps nicht zu früh ausgesät wird, da sich die Vegetationszeit aufgrund höherer Temperaturen im Herbst und milderen Wintern gegen Ende des Jahres verlängert hat. Zudem beginnen aktuelle Rapssorten bereits ab dem 10-Blattstadium mit der Streckung, während die früheren Sorten erst ab dem 12-Blattstadium mit dem Streckungswachstum begonnen hatten. Das frühe Abheben des Vegetationskegels ist nicht nur nachteilig für die Frosthärte, sondern sorgt auch für Mindererträge. Optimalerweise wird der Raps gegen Ende August gesät. Spätere
Saaten (ab Anfang September) sind vorteilhaft bezüglich der Befallswahrscheinlichkeit mit Schädlingen (insbesondere Erdfloh). Im Gegensatz dazu haben früher bestellte Bestände eine besser N-Aufnahme. Dies gilt es abzuwägen. Allerdings bleibt in jedem Fall eine lückenlose Befallskontrolle ab Feldaufgang unerlässlich. Das TKG schwankt zwischen 4 und 8 g, die Keimfähigkeit zwischen 85% und 99%, somit können die Aussaatmengen zwischen 1,5 und 5 kg variieren.

 

 

In der Drillsaat wird ein Zielbestand von 30 bis 35 kräftigen Pflanzen/m2 nach dem Winter angestrebt. Für diese angestrebte Pflanzenzahl muss der zu erwartende Feldaufgang (Standort, günstige/ungünstige Witterung) und die Keimfähigkeit berücksichtigt werden. Zu beachten ist, dass die Bestände nicht zu dick gedrillt werden. Eine hohe Konkurrenz in der Drillreihe führt dazu, dass sich die Pflanzen gegenseitig in die Höhe treiben. Streckt sich der Vegetationskegel vor dem Winter zu stark, leidet die Winterhärte und die Verzweigung darunter. Aufgrund dieser
Thematik und der besseren Feldaufgänge ist die Aussaatstärke bei der Einzelkornsaat anzupassen. Bei einem Reihenabstand von 50 cm sollte die Aussaatstärke 20 bis 25 Körnern/m2 betragen. Das Management entsprechender Bestände muss bei diesen niedrigeren Saatstärken gut funktionieren, da Pflanzenverluste hierbei nicht zu tolerieren sind.

 

 

27.08.2025

Landberatung e.V. Fallingbostel

 

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