Rapserdfloh Bekämpfung

Der Rapserdfloh wandert meist ab Anfang September nach einer Abkühlungsphase in die jungen Rapsbestände ein. Zunächst verursacht der Käfer den typischen Lochfraß an Keim- und Laubblättern. Besonders gefährdet sind spät aufgelaufene, trockengestresste oder schwach entwickelte Bestände. Zur Befallserfassung sollten die Blätter regelmäßig auf Fraßschäden kontrolliert und zusätzlich eine leicht eingegrabene Gelbschale im Bestand aufgestellt werden. Bis zum 3-Blattstadium gilt ein Bekämpfungsrichtwert von 10 % zerstörter Blattmasse. Ab dem 4-Blattstadium liegt der Richtwert bei mehr als 50 bis 75 Käfern je Gelbschale innerhalb von drei Wochen.
Etwa 10 bis 15 Tage nach Beginn des Reifungsfraßes setzt die Eiablage ein. Rund 200 Gradtage später schlüpfen die Larven und bohren sich in Blattstiele, Wurzelhals und Spross ein. Dadurch steigt das Risiko von Auswinterung, Pflanzenverlusten und Sekundärinfektionen. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei drei Larven je Pflanze in schwachen und fünf Larven je Pflanze in kräftigen Beständen. Ältere Untersuchungen beziffern den möglichen Minderertrag auf 50 bis 70 kg/ha je Larve und Pflanze.

Zu Beginn des Zufluges kommen nach Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes zunächst ein [Wirkstoff] zum Einsatz. Bei erneut starkem Zuflug kann gegebenenfalls eine zweite Behandlung notwendig werden. Die Anwendung sollte bevorzugt abends oder nachts bei Temperaturen über 4 °C erfolgen, da die Käfer dann besonders aktiv sind und von den kontaktwirksamen [Wirkstoff] besser erfasst werden. Ein Wechsel zwischen verschiedenen [Wirkstoffen] ist kein echter Wirkmechanismuswechsel und erhöht bei wiederholter Anwendung den Selektionsdruck auf resistente Populationen.

 

– Zu Mittelwahl- und Anwendung fragen Sie Ihren Berater vor Ort –

– Auszug aus dem Rundschreiben –

 

24.09.2026

Landberatung e.V. Fallingbostel