Interne Zitzenversiegler bieten einen wirksamen Schutz vor Neuinfektionen während der gesamten Trockenstehzeit. Der Einsatz ist sowohl in Kombination mit einem antibiotischen Trockensteller als auch – bei sehr guter Eutergesundheit – als alleinige Maßnahme möglich. Voraussetzung für den Erfolg ist eine strikt hygienische Anwendung, um das Eintragen von Mastitiserregern zu vermeiden. Bei der Zitzenreinigung sowie beim anschließenden Einbringen von Eutertube und/oder Versiegler bieten Eutertücher keine ausreichende Keimreduktion und kommen daher nicht zum Einsatz. Stattdessen werden Zitzen und Handschuhe mit 70 %igem Ethanol aus der Sprühflasche gründlich desinfiziert. Anschließend wird der anhaftende Schmutz mit einem sauberen Küchentuch entfernt.
Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis das Tuch sauber bleibt. Besonders der Bereich der Zitzenkuppe ist sorgfältig zu reinigen. Vor dem Einbringen des Versieglers erfolgt ein erneutes leichtes Einsprühen der Zitze mit Ethanol. Die Sprühflasche ist nach der Anwendung zu reinigen und sauber aufzubewahren.
Der Zitzenversiegler selbst wird trocken und bei Zimmertemperatur gelagert. Eine aufrechte Lagerung sorgt dafür, dass sich die im Versiegler enthaltene Luft im oberen Bereich sammelt und vor der Anwendung aus der Tube rausgedrückt werden kann. Dadurch gelangt möglichst wenig Luft in den Strichkanal und auch bei kleineren Zitzen kann ausreichend Versiegler eingebracht werden. Nach dem Entfernen der Kappe ist strikt auf Hygiene zu achten. Zur Applikation wird die Zitzenbasis euternah sanft zusammengedrückt und der Versieglerinhalt langsam eingebracht. Es wird jeweils eine Tube pro Zitze verwendet. Nach dem Einbringen des Versieglers werden die Zitzen mit einem gut haftenden, desinfizierenden Dipmittel behandelt. Ein ruhiger Umgang mit den Tieren im Anschluss ist entscheidend. Druck auf das Euter kann dazu führen, dass der Versiegler wieder aus dem Strichkanal herausgedrückt wird. Zudem ist eine tägliche Kontrolle der trocken gestellten Kühe wichtig, um mögliche Entzündungen frühzeitig zu erkennen.
Autor: Stader Beratungsringe e. V.
24.03.2026