In den nächsten Wochen beginnt die Getreideernte und vor dem Hintergrund immer wieder auftretender Fälle mit Lagerschädlingen (z.B. Kornkäfer, Plattkäfer, Motten, etc.) sollte der Lagerhygiene
vor der nächsten Einlagerung ein besonderes Augenmerk gewährt werden. Neben nicht unerheblichen Abzügen bei der Anlieferung (Zusatzkosten durch Reinigung, Reinigungsschwund) kann es bis
zur kompletten Weigerung einer Partie kommen. Um dies zu vermeiden ist die effizienteste Maßnahme zur Verhinderung von Schäden die Lagerhygiene.
Deshalb sind:
- Vor der Einlagerung sowohl von Getreide als auch von Futtermitteln Lagerräume (Silos, Hallen, Kornböden, etc.) und Förderwege (Schnecken, Förderbänder, Elevatoren, etc.) vollständig zu leeren und gründlich zu säubern (mit Besen, Industriestaubsauger, Luftkompressor).
- Ritzen und Fugen sind abzudichten und bauliche Mängel (Hohlräume) zu beseitigen. Das Eintreten von Regen und Kondenswasser und die Zuwanderung von Nagern und das Nisten von Vögeln im Bereich der Vorratsläger sollte so gut es geht verhindert werden.
- Leerraumbehandlung mit Insektiziden, falls Vorjahresbefall vorhanden, muss erfolgen
- Getreide/Futtermittel möglichst kühl und trocken einlagern
- Feuchteinseln und ausgeprägte Schüttkegel vermeiden
- Lager belüften und kühlen. Im ersten Schritt sind Temperaturen im September/Oktober von maximal ca. 18-20°C im Stapel anzustreben. Für November/Dezember sollten Temperaturen unter 12-15°C erreicht werden. Unter 12°C sind Vorratsschädlinge inaktiv, werden allerdings bei Wiedererwärmung auch wieder aktiv.
- Zur Belüftung mit Außenluft sollte die Außentemperatur mindestens 5°C niedriger als die Lagertemperatur und die Luftfeuchte möglichst unter 60% sein (Schüttkegel einebnen; Abstand der Kühlkanäle = halbe Schütthöhe; Luftdurchsatz mindestens 15 m³ Luft pro m³ Getreide und Stunde).
- Bei dem Einsatz eines Kühlgerätes sollte der Kanalabstand maximal so groß sein wie die Schütthöhe des Getreides und der Luftdurchsatz mindestens 10 m³ Luft pro m³ Getreide und Stunde betragen.
- Lager regelmäßig kontrollieren auf Schädlinge, Feuchtigkeit und Temperatur.
- Befallenes Getreide umlagern und dabei mit Insektiziden behandeln.
- Getreide vor der Vermarktung nochmals prüfen.
Die Lagerung muss so gestaltet sein, dass eine Verunreinigung mit Düngemitteln, Kontaminanten, Bioziden, Pflanzenschutz-/Tierarzneimitteln, Abfällen, Fremdstoffen (z.B. Kot, Glas, Metall) oder sonstigen gefährlichen Stoffen (z.B. Mineralöl) vermieden wird. Grundsätzlich gilt: Gegenstände, die mit Lebens-/ Futtermitteln in Berührung kommen, müssen angemessen sauber und ggf. vor Gebrauch gereinigt und desinfiziert worden sein.
Unterstützend zur mechanischen Lagerhygiene kann als chemisches Mittel zur Schädlingsbekämpfung in leeren Räumen vor der Einlagerung von Getreide und Hülsenfrüchten eines der folgenden Präparate eingesetzt werden:

Achtung: Getreide, das mit (Propion)Säure behandelt wurde, sollte nur in Räumen/Behältern mit säurefestem Schutzanstrich gelagert werden.
22.06.2026