Einjährige Ackergras- und Kleegrasmischungen können im Rahmen von GLÖZ 7 eine weitere Kultur sein, um dem jährlich wechselnden Fruchtwechsel zu entsprechen. Sie punkten darüber hinaus mit weiteren agronomischen Vorteilen und sie liefern zusätzlich hochwertiges Grundfutter.
Was leisten einjähriges Acker- und Kleegrasmischungen?
Der einjährige Ackergrasanbau führte lange Zeit ein Schattendasein. Dabei geht es mit diesen humusmehrenden Kulturen von ertragreichen Ackergräsern und Leguminosen nicht nur um eine zusätzliche Futtergewinnung, sondern auch um die Belebung der Fruchtfolge hinsichtlich des Verdrängens von Problemunkräutern, der Anreicherung organischer Substanz und der Beseitigung von Bodenverdichtungen. Zudem lässt sich die Gülle über das Jahr durch das einjährige Ackergras gut verwerten. Es gibt also viele gute Argumente, die für die Einbindung von Ackergras- sowie Kleegrasmischungen auch für den einjährigen Anbau sprechen.
Zwei Mischungen werden hierbei speziell für das Anbaugebiet des nordwestdeutschen Raumes empfohlen: die Ackergrasmischung A2 und die Kleegrasmischung A6.
Ackergrasmischungen
Die nicht winterfeste Ackergrasmischung A2 setzt sich aus zwei Grasarten zusammen, dem Einjährigen Weidelgras und dem Welschen Weidelgras. Beide Ackergräser sind für ihre hohe Ertragsleistungen bei gleichmäßiger Niederschlagsverteilung über den Vegetationszeitraum bekannt.
Im Hinblick auf den Futterwert ergänzen sich die beiden Graspartner. Das Welsche Weidelgras bleibt als Obergras bei Frühjahrsaussaat ein blatt- und energiereiches Untergras, während das Einjährige Weidelgras durch die Schoss- und Ährenbildung die für Wiederkäuer wichtige Struktur liefert. Für einen raschen Aufgang und ein schnelles Gedeihen sind niederschlagsreiche Bedingungen nach der Saat von Vorteil. Die grundlegenden Hinweise für die Saatvorbereitung sind dem Kasten „Was vor der Saat für die Entwicklung guter Bestände zu beachten ist“ zu entnehmen. Unter guten Wachstumsbedingungen im Vegetationszeitraum sind mindesten 3 bis 4 Schnitte möglich.
Das Einjährige Weidelgras kann aber auch im Hauptfruchtbau als alleinige Kultur entweder mit nur einer Sorte oder als Sortenmischung angebaut werden. Wichtig ist, dass die Sortenmischung so zusammengesetzt ist, dass die Sorten in ihrem Entwicklungsverlauf zueinander passen. Achten Sie deshalb bei dem Saatgutkauf gleichfalls auf die regional empfohlenen Sorten. In Tabelle 2 (siehe Dateianhang) sind diese benannt und um wichtige Angaben zum Ertragsverhalten ergänzt.
Unter wüchsigen Bedingungen ist ein erster Schnitt bereits nach etwa 45 bis 60 Vegetationstagen möglich. Grundlage für eine optimale Anfangsentwicklung des Bestandes ist neben einer guten Saatbettbereitung auch eine hinreichende Grundnährstoffversorgung des Bodens und eine Stickstoffstartgabe nach Aufgang der Saat von 80 bis 100 kg N/ha.
Kleegrasmischungen
Auch die einjährige und gleichfalls nicht winterfeste Kleegrasmischung mit der Bezeichnung A6 wird vorzugsweise zur Mahdproduktion mit circa 3 Schnitten genutzt. Die A2-Mischung mit Einjährigem und Welschem Weidelgras ist hier die Basis der Ackergräser, jedoch ergänzt um Perser- oder Alexandrinerklee (Tabelle 1 – siehe Dateianhang).
Alexandrinerklee
Die Mischung mit Alexandrinerklee setzt sich aus jeweils 25 % des Einjährigen und Welschen Weidelgrases sowie 50 % des Alexandrinerklees zusammen. Es wird eine Aussaatstärke von 30 kg je Hektar empfohlen.
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14.04.2026
Landwirtschaftskammer Niedersachsen