Grunddüngung: Regelmäßiger Nährstoffausgleich

LB Hameln-Holzminden und VuB Deister/Leine

 

Ein regelmäßiger Nährstoffausgleich für die Abfuhr und Auswaschung von Grundnährstoffen ist wichtig, um hohe Erträge nachhaltig und langfristig zu sichern. Gerade in den klimatisch turbulenten Jahren wird z.T. deutlich, dass die optimal versorgten Böden weniger Probleme mit Witterungsstress haben als unterversorgte. Hier rücken neben Phosphor, Kalium und Kalk auch immer mehr die Magnesiumgehalte in den Mittelpunkt der Betrachtung, da nur wenige Dünger (z.B. einzelne Kalke, Kieserit) ausreichend Magnesium enthalten und standortabhängig bereits niedrige Gehalte im Boden anzutreffen sind. Hier bietet sich im Frühjahr eine zeitige Düngung mit Kieserit (25 % MgO, 20 % Schwefel) an. Alternativ sollten magnesiumreiche Kalke verwendet werden. Zur Kontrolle der Grundnährstoffe sind Bodenuntersuchungen unerlässlich. 

Die neue DüVO schreibt vor, neben Stickstoff auch für Phosphat eine Düngebedarfsermittlung (DBE) zu erstellen.
Die klassische Rotationsdüngung für Phosphat jeweils für 3 Jahre bleibt weiterhin möglich. Bei Böden > 20 mg P2O5/100 g Boden (= 8,7 mg P) darf nur noch die Abfuhr gedüngt werden.

Bei der Kalkung der Flächen wird in vielen Betrieben regelmäßig auf Carbokalk zurückgegriffen, da dieser Kalk aufgrund seiner Wirksamkeit und der Nebenbestandteile (z.B. Phosphat) sehr interessant ist. Magnesium ist jedoch nur wenig enthalten.

Als eine weitere wichtige Kalkquelle sind die Kohlensauren Kalke zu sehen. Diese besitzen neben den unterschiedlich hohen Magnesiumgehalten auch noch je nach Herkunft eine unterschiedliche Reaktivität. Darunter versteht sich, je feiner ein Kalk gemahlen ist, desto reaktionsfreudiger ist ein Kalk und damit schneller in der Umsetzung.

Als weitere Kalkquellen sind neben Konverter- noch Hüttenkalke aus der Schwerindustrie zu bekommen. Diese Kalke haben als Inhaltsstoffe neben Silicium noch zusätzlich Spurenelemente, die aus pflanzenbaulicher Sicht zumeist positiv zu beurteilen sind. Allerdings können diese Kalke auch teuer im Einkauf sein.
 
Vermeiden Sie die gleichzeitige Ausbringung von Kalk- und organischem Wirtschaftsdünger, da diese Kombination zu erhöhten Ammoniakverlusten führen kann.
Eine umgehende Einarbeitung ist deshalb wichtig. 


Bedenken Sie bitte, dass von jedem Schlag > 1ha Größe Bodenproben vorliegen müssen, die nicht älter als 6 Jahre alt sein dürfen! Die Bodenproben werden bei den regelmäßigen CC-Prüfungen kontrolliert. Die Bodenprobenahme sollte vor einer Grunddüngungsmaßnahme erfolgen!

 

Informieren Sie sich auch auf unseren Seiten über den Nährstoffmanager:

- https://www.naehrstoffmanager.de/duengeplanung/

- https://www.landberatung.de/service/landberatung-naehrstoffmanager/naehrstoffmanagement.html

- https://www.naehrstoffmanager.de/stoffstrombilanz/

- http://www.ackerschlagkartei.com/Startseite/




07.07.2020:
Anmerkung der Redaktion: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").