Rindviehfütterung

BERATUNGSRINGE DER STADER SAATZUCHT e.V.

Grundfutterqualitäten
Derzeit wird auf vielen Betrieben bereits der erste oder auch zweite Schnitt verfüttert. Die Analysen zeigen oftmals relativ trockene (>38% TS), zuckerreiche (>5%), rohproteinhaltige Silagen (>17%) aber dazu auch hohe Rohaschegehalte (>10%).
In diesem Fall muss eine ausreichende Silierdauer (6 - 8 Wochen) gegeben sein, sodass keine Nacherwärmung oder Schimmelbildung entsteht. Konnte diese Silierdauer nicht eingehalten werden und ist bereits eine Nacherwärmung entstanden, muss mit entsprechenden Stabilisatoren/Säuren entgegen gewirkt werden (Propionsäure, Kaliumsorbat). Falls eine Schimmelbildung vorliegt, müssen diese Partien unbedingt aus dem Futterstock entfernt werden. Ist ein Ausweichen auf einen anderen Silo möglich, kann der betroffene Haufen auch wieder verschlossen und unter kühleren Bedingungen erneut geöffnet werden.
Folgen der Erwärmung/Schimmelbildung sind eine schlechtere Futteraufnahme und eine Besiedelung im Körper mit Hefen, Pilzen etc. Da die Silagemengen in diesem Jahr nicht so üppig sind, sollte mit den vorhandenen Mengen auch schonend umgegangen werden.

Rationsgestaltung
Die hohen Trockenmassegehalte und die hohen NDF-Gehalte wirken sich negativ auf die Trockenmasseaufnahme in den Herden aus. Hier ist es wichtig die Futteraufnahme der einzelnen Gruppen zu bestimmen und mit der Rationsberechnung abzugleichen. Gibt es hier Differenzen sollten die Tro-ckenmassegehalte der Silagen nochmals (mittels Trocknung) überprüft werden. Nicht selten stellt sich heraus, dass der tatsächliche Trockenmassegehalt höher ist als in der Analyse. In diesen Fällen ist die Ration entsprechend anzupassen.
Ein Vorteil der hohen NDF-Gehalte in diesem Jahr ist, dass weniger Menge eingesetzt werden muss, um eine ausreichende Strukturversorgung zu erzielen. Hierdurch können Silagevorräte geschont wer-den und eine ergänzende Energieversorgung über Kraftfutter o. ä. abgedeckt werden.

 

11.10.2018
Anmerkung der Redaktion: Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").