Unkrautbekämpfung in Kartoffeln

Landberatung Grafschaft Hoya e.V.

Bei den Herbizidmaßnahmen müssen das Unkrautspektrum, die Bodenart, der Humusgehalt, die Bodenfeuchte sowie die Kartoffelsorte selbst berücksichtigt werden. Im Hinblick auf die Sorten ist deren Verträglichkeit gegenüber Metribuzin-haltigen Herbiziden zu prüfen. Für den Wirkstoff Prosulfocarb gelten seit 2016 aufgrund der potenziellen Verdunstung und der Verfrachtung in benachbarte Kulturen (Nachweise in Biogemüse) folgende Bestimmungen: Das Mittel ist mit einem Wasseraufwand von mind. 300 l/ha auszubringen. Die Anwendung muss mit
einem Gerät erfolgen, das in das Verzeichnis „Verlustmindernde Geräte“ vom 14.10.1993 mindestens in die Abdriftminderungsklasse 90% eingetragen ist. Die Fahrgeschwindigkeit darf 7,5 km/h nicht überschreiten. Die Windgeschwindigkeit zum Zeitpunkt der Ausbringung darf 3 m/snicht überschreiten.

Für eine erfolgreiche Unkrautbekämpfung sind grundsätzlich abgesetzte Dämme nach dem Häufeln von Vorteil, da die Herbizide gleichmäßiger über die Fläche appliziert werden können. Da die Metribuzin-freien Herbizidkombinationen lediglich im Vorauflauf eingesetzt werden können, sollten mit der Maßnahme der Unkrautbesatz gründlich ausgeräumt werden.

Bei stärkerem Hirsedruck sollte ein Herbizid gegen diese eingeplant werden. Die Hirsearten laufen relativ spät auf und werden durch die applizierten Teilmengen an Metribuzin nicht ausreichend bekämpft.

03.05.2018
Anmerkung der Redaktion:Auszug aus dem Rundschreiben. Bei weiteren Fragen zu Mittelwahl und -anwendung wenden Sie sich bitte an Ihren Berater vor Ort (siehe Baum oben - "Beratung vor Ort").