Grünlandpflege im Frühjahr

Die Grünlandpflege ist essentiell für einen nachhaltigen hochproduktiven Grasbestand. Sofern die Befahrbarkeit der Flächen gegeben ist und die Grasnarben abgetrocknet sind (auch hier heißt es Ruhe bewahren), können die Pflegemaßnahmen auf dem Grünland beginnen. Auf wassergesättigten und staunassen Böden sowie bei nicht abgetrockneter Grünlandnarbe sollten die Maßnahmen verschoben werden, um Flurschäden zu vermeiden (alte Weisheit: vorm Striegeln sollten die Maulwurfshügel „abgegraut“ sein). Das Striegeln ist diesbezüglich das Mittel der Wahl, idealerweise in Kombination mit einer Nachsaat, und der herkömmlichen Wiesenschleppe eindeutig vorzuziehen. Mit dem Striegel wird abgestorbenes Pflanzenmaterial von den jungen Trieben entfernt, auf dem Boden liegendes organisches Material aufgelockert und dadurch der Boden gelüftet. Unerwünschte Gräser, wie die Jährige und die Gemeinen Rispe werden durch den Striegeleffekt aufgrund ihrer flachen Wurzelung entfernt (entsprechend scharfe Einstellung des Striegels vorausgesetzt). Das Striegeln trägt außerdem zur Anregung der Bestockung und zur Entfernung des Gülleschleiers bei. Aber Vorsicht bei Neuansaaten und bei Grünlandbeständen, die im letzten Herbst spät nachgesät wurden: Hier ist die Wurzelentwicklung der Gräser eher schwach und das Striegeln sollte unbedingt unterbleiben.

Bei lückigen Beständen sollte eine Nachsaat mit 5 – 10 kg erfolgen, bei guten Narben ist zu überlegen, ob man das Saatgut im Frühjahr im Sack lässt und die Nachsaat in den Spätsommer/Herbst verschiebt. Die Erfolgsaussichten sind dann weitaus besser.

Beim Saatgut sollte auf hochwertige Mischungen geachtet werden (Sortenempfehlungen der Landwirtschaftskammern) – auf Moorböden sind ausschließlich Sorten mit Mooreignung (M) einzusetzen.

Eine gute Regeneration der Grasnarbe wird durch den kombinierten Einsatz von Striegel, Nachsaat und Prismenwalze erreicht. Der Einsatz von Glattwalzen sollte mit Augenmaß durchgeführt werden.

Gewalzt werden sollten grundsätzlich nur hochgefrorene und zertretene bzw. zerfahrene Flächen. Das Walzen nasser Flächen ist grundsätzlich zu vermeiden, da Bodenverdichtungen und damit Ertragseinbußen die Folge sind.

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